Proxy-Preismodelle: pro IP, pro GB oder pro Anfrage?
Beim Proxykauf sehen Sie Preise pro IP und Monat, pro Gigabyte Traffic oder für eine bestimmte Anzahl von Anfragen. Jedes Modell misst die Nutzung anders. Der Download einer großen Datei, häufige Prüfungen einer kurzen Antwort und das Beibehalten einer festen Adresse können sehr unterschiedliche Kosten verursachen, auch wenn die Software dieselbe Website kontaktiert.
Ein Preismodell lässt sich leichter auswählen, wenn die benötigte Verbindung feststeht: Muss die IP gleich bleiben, welche Länder kommen infrage und können die gewählten Proxys die Aufgabe ausführen? Diese Entscheidungen behandelt der Proxy-Leitfaden. Hier vergleichen wir die Preisberechnung und zeigen, wie Sie einen Tarif auf Umfang und Zeitplan Ihrer Arbeit abstimmen.
Pro IP: Adressen für eine gewählte Laufzeit
Sie mieten eine bestimmte Anzahl von IP-Adressen und nutzen sie während des bezahlten Zeitraums. Die Anzahl und Mietdauer bilden die Preisgrundlage. Kontaktiert Ihre Software eine Website erneut über eine dieser IPs, verwendet sie weiterhin eine bereits gemietete Adresse.
Das ist nützlich, wenn die Aufgabe einen stabilen Adressbestand benötigt. Mehrere Arbeitsprofile müssen vielleicht ihre Verbindungseinstellungen behalten, oder ein Programm kontaktiert täglich einen Dienst, der nur bestimmte IPs zulässt. Dann richtet sich das Paket nach den benötigten Adressen statt nach der Zahl geöffneter Seiten. Eine IP kann mehrere Verbindungen bedienen; die Threadanzahl Ihrer Software zeigt daher allein nicht, wie viele Adressen Sie kaufen müssen.
Ist unbegrenzter Traffic enthalten, kann sich ein Paket auch für große Übertragungen eignen: Der Mietpreis steigt nicht mit der Größe von Bildern, Archiven oder Videodaten. Unbegrenzter Traffic muss jedoch Teil des konkreten Angebots sein; „pro IP“ garantiert das nicht. Geschwindigkeit und erlaubte Anzahl gleichzeitiger Verbindungen bestimmen weiterhin, wie viel Arbeit das Paket in der verfügbaren Zeit bewältigen kann.
Der Artikel zur Abrechnung pro IP erklärt, wie Sie die Adressanzahl wählen, den Paketpreis berechnen und mit einer festen Zuteilung arbeiten.
Pro GB: übertragene Daten
Hier hängt der Verbrauch von der Datenmenge ab, die durch die Proxys fließt. Bietet der Tarif Zugriff auf einen rotierenden Pool, können Sie verschiedene Seiten besuchen und IPs innerhalb dieses Pools wechseln, während Sie ein gemeinsames Traffic-Kontingent verbrauchen. Berechnet wird die Übertragung nach den Abrechnungsregeln; die Adressanzahl des Pools entspricht nicht derselben Anzahl separater Käufe.
Eine volumenbasierte Abrechnung kommt infrage, wenn Sie geeignete Adressen benötigen und die Antworten selbst klein sind. Ein Programm könnte regelmäßig eine kurze Verfügbarkeitsauskunft abrufen oder wenige regionale Prüfungen durchführen. Der Verbrauch hängt davon ab, was tatsächlich geladen wird. Eine Datenantwort abzurufen und eine komplette Seite im Browser zu öffnen sind unterschiedliche Aufgaben: Der Browser benötigt möglicherweise Bilder, Schriften, Skripte und weitere Websiteaufrufe.
Bei großen Downloads oder längerer Videowiedergabe müssen Sie das gesamte Übertragungsvolumen berücksichtigen. Wenige Aktionen bedeuten nicht zwangsläufig wenige Gigabytes. Umgekehrt kann eine kurze Antwort wenig Traffic verbrauchen, auch wenn die Software über einen großen IP-Pool auf die Website zugreift.
Der Artikel zur Abrechnung pro GB erklärt die Verbrauchsmessung, die Berücksichtigung hoch- und heruntergeladener Daten sowie den Unterschied zwischen GB und GiB.
Pro Anfrage: Aufrufe über den Dienst
Bei diesem Modell kaufen Sie eine bestimmte Anzahl von Anfragen oder zahlen nach Verbrauch. Für die Budgetplanung müssen Sie wissen, wie viele Aufrufe der Dienst während Ihrer Aufgabe zählt. Das kann zu Arbeit mit festem Zeitplan passen: URL-Listen prüfen, Kataloginformationen aktualisieren oder Prüfungen in einem festgelegten Intervall wiederholen.
Eine Seitenadresse auf Ihrer Liste entspricht nicht zwangsläufig einer abrechenbaren Anfrage. Ein Browser kann zum Laden mehrere Aufrufe ausführen. Eine eigene API der Website kann, sofern sie für Ihre Aufgabe verfügbar ist, mehrere benötigte Datensätze in einer Antwort liefern. Wählen Sie das Paket anhand des Verbrauchs Ihres funktionierenden Programms und nicht allein anhand der Seiten- oder Produktanzahl.
Berechnet der Tarif kurze und lange Antworten gleich, erhöht eine größere Antwort allein nicht die Zahl abgezogener Anfragen. Das kann nützlich sein, wenn ein Aufruf mehr benötigte Daten liefert. Zählregeln und Antwortlimits gehören zum konkreten Dienst: Der Modellname verspricht nicht, Dateien jeder Größe für eine Anfrage zu übertragen.
Neben gewöhnlichen Proxys gibt es anfragebasierte Dienste, die Seiten selbst abrufen und aufbereitete Daten liefern. Ihr Preis kann Arbeit enthalten, die bei gewöhnlichen Proxys Ihre eigene Software übernimmt. Der Artikel zur Abrechnung pro Anfrage behandelt diese Unterschiede, die Zählung und die Paketauswahl.
Was passiert mit den Kosten, wenn die Aufgabe wächst?
Der Unterschied zwischen den Preismodellen wird besonders deutlich, wenn sich die Arbeitslast ändert. Angenommen, Ihr Programm funktioniert bereits über geeignete Proxys. Jetzt möchten Sie wissen, wie sich zusätzliche Arbeit auf die Rechnung auswirkt.
Die Tabelle ändert jeweils nur eine Bedingung. Bei der IP-Abrechnung wird unbegrenzter Traffic vorausgesetzt, bei der Anfrageabrechnung ein gleicher Preis pro gezähltem Aufruf. Zugriffseinstellungen und Preise bleiben unverändert, und der Tarif hat genügend Kapazität für die neue Last.
| Änderung | Pro IP mit unbegrenztem Traffic | Pro GB | Pro Anfrage |
|---|---|---|---|
| Dieselben Dateien werden größer; die Aufrufzahl bleibt gleich | Der Preis desselben Pakets kann gleich bleiben | Der Traffic-Verbrauch steigt | Die Anfragezahl bleibt gleich, sofern die Übertragung innerhalb der Tarifbedingungen bleibt |
| Dieselben Daten müssen häufiger geprüft werden | Das vorhandene Paket behält seinen Preis, solange es ausreicht | Zusätzliche Übertragungen erhöhen den Verbrauch | Zusätzliche Aufrufe erhöhen den Verbrauch |
| Mehr feste Adressen werden benötigt; das Datenvolumen bleibt gleich | Für die neue IP-Anzahl wird ein Preisangebot benötigt | Mehr GB bereitzustellen schafft allein keine feste Adresszuteilung | Mehr Anfragen bereitzustellen schafft allein keine feste Adresszuteilung |
Diese Unterscheidung zeigt, was sich an der Software verbessern lässt. Eine komprimierte Antwort kann Gigabytes sparen, ohne die Anfragezahl zu senken. Mehrere Datensätze pro Aufruf können Anfragen sparen, ohne zwangsläufig das Datenvolumen zu reduzieren. Bei einem IP-Paket mit enthaltenem Traffic können beide Änderungen die Aufgabe beschleunigen, während der Mietpreis gleich bleibt.
Bei regelmäßigen großen Downloads lohnt sich daher der Vergleich einer Traffic-Abrechnung mit einem geeigneten Festpreispaket. Bei kurzen, häufigen Aufrufen vergleichen Sie den Gigabyte- und Anfrageverbrauch. Benötigt die Aufgabe bestimmte dauerhafte IPs, suchen Sie zuerst ein Produkt, das diesen Zugriff bietet. Mehr Traffic oder Anfragen ersetzen diese Anforderung nicht.
Abonnements und Pay-as-you-go
Pro IP, pro GB und pro Anfrage erklären, was den Preis bestimmt. Ein Abonnement oder Pay-as-you-go beschreibt, wie Sie den Dienst kaufen und die weitere Nutzung bezahlen. Traffic kann beispielsweise als Monatspaket oder als bei Bedarf aufladbares Kontingent verkauft werden. Beide Varianten können den Verbrauch in Gigabytes messen.
Abonnement: ein Paket je Zeitraum
Bei einem Abonnement zahlen Sie regelmäßig für den Zugang oder ein enthaltenes Kontingent. Es eignet sich für fortlaufende Arbeit, wenn das Paket von Zeitraum zu Zeitraum genutzt wird. Bei gemieteten IPs zählt die bezahlte Laufzeit; bei Traffic- oder Anfragepaketen müssen Sie zusätzlich das Restkontingent verfolgen. Ist es vor Ende des Zeitraums erschöpft, hängt die weitere Arbeit von den angebotenen Nachkauf- oder Wechselmöglichkeiten ab.
Abrechnungszeitraum und Gültigkeit ungenutzter Ressourcen sind getrennte Bedingungen. Ungenutzte Gigabytes oder Anfragen können vollständig, teilweise oder gar nicht übertragen werden. Auch ein Übertrag ist möglicherweise zeitlich begrenzt. Das beeinflusst die Auswahl bei schwankender Last: Das Kontingent eines ruhigen Monats hilft bei der nächsten Spitze nur, wenn es dann tatsächlich nutzbar ist.
Eine automatische Verlängerung kauft den nächsten Zeitraum ohne neue manuelle Bestellung. Die Möglichkeiten zum Abschalten und zum Erhalt des Zugangs hängen von den Dienstbedingungen ab. Das Stoppen Ihres Programms deaktiviert die Verlängerung nicht. Wird für eine längere vorausbezahlte Laufzeit ein Preis „pro Monat“ angezeigt, berücksichtigen Sie im Kaufbudget die gesamte fällige Summe dieser Laufzeit.
Pay-as-you-go: Kauf nach Bedarf
Mit Pay-as-you-go, kurz PAYG, kaufen Sie Traffic, Anfragen oder eine andere abrechenbare Menge nach Bedarf, ohne sich jeden Monat auf dasselbe Paket festzulegen. Das kann für einzelne Exporte, saisonale Aufgaben und Projekte mit Pausen passen. Vorauszahlung ist üblich: Zuerst kaufen Sie ein Kontingent oder laden ein Guthaben auf, danach nutzen Sie den Dienst.
Bei gelegentlicher Arbeit zählen die Mindestkaufmenge und die Zeit, in der der Rest nutzbar bleibt. Benötigt eine kleine Aufgabe den Kauf eines großen Pakets, ist dessen Preis die anfängliche Ausgabe. Kein monatliches Abonnement zu haben bedeutet allein nicht, dass das gekaufte Kontingent unbegrenzt gültig ist.
Automatische Aufladungen können eine Aufgabe am Laufen halten, indem bei geringem Restkontingent weitere Ressourcen gekauft werden. Das unterscheidet sich von einer kalendarischen Verlängerung: Der Verbrauch löst den nächsten Kauf aus, nicht der Monatsbeginn. Klären Sie bei PAYG, ob jeder Kauf Ihre Anweisung benötigt oder der Dienst zum automatischen Nachkauf berechtigt ist.
So vergleichen Sie die Kosten Ihrer Arbeit
Vergleichen Sie dasselbe Ergebnis. Ein Programm soll beispielsweise täglich einen vollständigen Satz technischer Dokumente von der Website eines Lieferanten abrufen. Beide Optionen müssen die erforderlichen Dateien speichern, den Zeitplan einhalten und über geeignete Adressen funktionieren. Dann können Sie die Bezahlung nach IP, Traffic oder Anfragen vergleichen. Ruft eine Option nur einen Teil der Dokumente ab, belegt ihr niedrigerer Aufwand noch keine Ersparnis für die ganze Aufgabe.
Führen Sie einen repräsentativen Teil der Arbeitslast aus und erfassen Sie drei Größen: die Zahl erhaltener Dokumente, den abgezogenen Traffic beziehungsweise die Anfragen und die Verarbeitungsdauer. Ermitteln Sie bei einem festen Paket außerdem die tatsächlich benötigte Adressanzahl. Der Test sollte die normalen Programmaktionen einschließlich Wiederholungen enthalten, da auch sie später Ressourcen verbrauchen.
Rechnen Sie den gemessenen Verbrauch anschließend auf den geplanten Umfang und Zeitplan hoch. Berücksichtigen Sie große Dateien oder Seiten getrennt, wenn sie sich stark vom Rest unterscheiden. Ein an einem kleinen Dokument gemessener Durchschnitt beschreibt nicht den Download des gesamten Archivs; ein normaler Arbeitstag kann anders aussehen als ein Tag mit Massenaktualisierungen.
Wählen Sie anhand dieses Bedarfs konkrete Pakete. Berechnen Sie bei der IP-Abrechnung die Miete der erforderlichen Adressen für die volle Laufzeit. Wählen Sie bei Traffic oder Anfragen eine Kaufmenge, die unter Berücksichtigung von Gültigkeit und Nachkäufen ausreicht. Ist die vorgeschriebene Kaufmenge größer als der erwartete Verbrauch, gehört trotzdem ihr voller Preis ins Budget. Der Rest kann später nützlich sein, verringert aber nicht die bereits geleistete Zahlung.
Ein hilfreicher abschließender Vergleich sind die Proxykosten pro abgeschlossener Aufgabe. Teilen Sie bei der Dokumentenerfassung die Ausgaben im gewählten Zeitraum durch die Anzahl erfolgreich in der benötigten Form erhaltener Dokumente. Beim Monitoring verwenden Sie die Kosten einer abgeschlossenen Prüfung mit der erforderlichen Häufigkeit und Datenabdeckung. Wenden Sie bei allen verglichenen Optionen dieselbe Ergebnisdefinition an.
