Rechenzentrumsproxies

Rechenzentrumsproxies

Rechenzentrumsproxies leiten die Anfragen Ihrer Anwendung über Server mit IP-Adressen aus Hosting- oder Cloud-Netzwerken weiter. Die Website erhält eine Verbindung von der IP-Adresse des Proxys. Ihr Browser, Scraper oder eine andere Anwendung läuft weiterhin auf Ihrem eigenen Computer oder Server.

Rechenzentrumsproxies gehören zu den wichtigsten Proxy-Netzwerktypen. Die Bezeichnung beschreibt die Herkunft der IP-Adresse. Diese Proxies sind häufig eine wirtschaftliche Wahl, wenn Sie viele Adressen benötigen oder große Datenmengen übertragen – vorausgesetzt, die betreffenden Websites akzeptieren Hosting-IP-Adressen.

Woher Rechenzentrums-IP-Adressen stammen

Ein Rechenzentrum beherbergt Server und Netzwerkgeräte und stellt Strom, Kühlung und Internetanbindung bereit. Ein Proxyanbieter kann diese Geräte selbst besitzen oder bei einem Hosting-Unternehmen mieten. Er betreibt Proxysoftware auf den Servern und verwendet öffentliche IP-Adressen aus Hosting- oder Cloud-Netzwerken, um Verbindungen zu Websites herzustellen.

Ein Server kann viele Proxy-IP-Adressen bedienen. Jede Adresse ist unterschiedlich, doch die Adressen können sich denselben Prozessor und Internetanschluss teilen. Dadurch verteilen sich die Hardwarekosten auf mehrere IP-Adressen. Zugleich bedeutet das: Der Kauf zusätzlicher Adressen bringt nicht zwangsläufig mehr Bandbreite oder mehr gleichzeitig mögliche Verbindungen.

Ein Server, mehrere IP-Adressen. Verschiedene IP-Adressen können dieselbe Hardware und Netzwerkkapazität nutzen.
Verschiedene IP-Adressen können dieselbe Hardware und Netzwerkkapazität nutzen.

Der Typ hängt vom Netzwerk der IP-Adresse ab, nicht allein vom Gebäude, in dem der Server steht. Ein ISP-Proxy kann auf einem Server im selben Rechenzentrum laufen und dabei eine Adresse verwenden, die einem Internetzugangsanbieter zugeordnet ist. Residential-Proxies nutzen private Internetanschlüsse, Mobilfunkproxies Mobilfunkverbindungen. Eine Rechenzentrums-IP-Adresse steht für ein Hosting-Netzwerk.

So funktioniert die Verbindung

Wenn Ihre Anwendung eine Seite über einen Proxy lädt, laufen drei Schritte ab:

  1. Die Anwendung verbindet sich mit dem Proxy. Dazu verwendet sie die vom Dienst bereitgestellte Adresse, den Port und die Zugangsdaten.
  2. Der Proxy verbindet sich mit der Website und leitet die Anfrage weiter. Die Website sieht die für diese Verbindung verwendete IP-Adresse, die häufig als Ausgangs-IP-Adresse bezeichnet wird.
  3. Die Website sendet ihre Antwort an den Proxy. Dieser gibt sie an die Anwendung weiter.

Die Anwendung entscheidet weiterhin, welche Seiten sie abruft und wie sie diese verarbeitet. Der Proxy transportiert Anfragen und Antworten. Er übernimmt weder das Scraping noch die Erzeugung einer Testlast für Sie.

Ein Dienst kann Ihnen eine Liste von Proxyadressen oder ein Gateway bereitstellen, das eine IP-Adresse aus einem Pool auswählt. Bei einem Gateway kann sich die in Ihren Einstellungen eingetragene Adresse von der IP-Adresse unterscheiden, die die Website sieht.

Vorteile von Rechenzentrumsproxies

Kapazität für viele Anfragen

Kapazität für viele Anfragen

Hosting-Server und ihre Netzwerkanbindungen können viele Verbindungen und umfangreiche Übertragungen bewältigen. Der Datenverkehr muss nicht über den Hausanschluss eines Teilnehmers oder die Funkverbindung eines Mobilgeräts laufen. Deshalb eignen sich Rechenzentrumsproxies für Aufgaben, bei denen viele Seiten abgerufen oder große Datensätze heruntergeladen werden.

Bandbreite und Antwortzeit sind unterschiedliche Größen. Ein Server kann große Datenmengen übertragen, während einzelne Anfragen wegen eines langen Übertragungswegs oder einer langsam antwortenden Website länger dauern. Für Ihre Aufgabe zählen die Zeit bis zum Abschluss sowie die Bandbreiten- und Verbindungslimits des Dienstes.

Mehrere Adressen teilen sich die Serverkosten

Geringere Kosten für eine große IP-Liste

Mehrere Proxy-IP-Adressen können denselben Server nutzen. Der Anbieter benötigt nicht für jede Adresse einen eigenen Hausanschluss oder eine SIM-Karte. Daher sind große Rechenzentrumslisten häufig günstiger als Residential- oder Mobilfunkzugänge. Beschaffung und Verwaltung von IP-Adressen kosten dennoch Geld; gemeinsam genutzte Hardware senkt nur einen Teil der Kosten des Anbieters.

Das kann bei regelmäßiger Datenerfassung oder großen Downloads nützlich sein, bei denen sich die Kosten wiederholter Durchläufe summieren. Vergleichen Sie die Kosten erfolgreich abgeschlossener Aufgaben: Eine günstige Adresse bringt wenig, wenn sich die benötigten Seiten darüber nicht laden lassen.

Ein Server für Aufgaben nach Zeitplan

Für regelmäßige Aufgaben geeignet

Proxyserver werden normalerweise durchgehend betrieben. Ein geplanter Durchlauf hängt nicht davon ab, ob ein Teilnehmer zu Hause ein Gerät online lässt. Bei einem statischen Dienst kann die Anwendung außerdem in späteren Durchläufen dieselben IP-Adressen erneut nutzen.

Das hilft bei täglicher Datenerfassung, Überwachung und wiederholten Prüfungen. Die Verfügbarkeit hängt weiterhin von den Geräten und dem Netzwerk des Anbieters ab: Wartung, Störungen oder Überlastung können die Verbindung unterbrechen.

Grenzen von Rechenzentrumsproxies

Eine Website prüft das Netzwerk einer IP-Adresse

Websites können Hosting-IP-Adressen erkennen

Websites können mithilfe von IP-Klassifizierungsdatenbanken und Netzwerkregistrierungsdaten Adressen erkennen, die Hosting-Anbietern zugeordnet sind. Dafür müssen sie Ihre eigene IP-Adresse nicht ermitteln. Eine Website kann die Verbindung akzeptieren, ein CAPTCHA anzeigen oder die Anfrage ablehnen.

Eine Einschränkung kann eine einzelne IP-Adresse, einen Adressbereich oder ein ganzes Netzwerk betreffen, das durch seine Nummer des autonomen Systems (ASN) gekennzeichnet ist. Im letzten Fall kann der Wechsel zu einer anderen IP-Adresse desselben Netzwerks zum gleichen Ergebnis führen. Eine Liste mit vielen Adressen stammt nicht zwangsläufig aus vielen unterschiedlichen Netzwerken.

Eine IP-Adresse hat eine Nutzungshistorie

Frühere und gemeinsame Nutzung können eine IP-Adresse beeinflussen

Eine Adresse kann durch frühere Aktivitäten einen schlechten Ruf haben. Die Zuweisung an einen neuen Kunden löscht diese Vorgeschichte nicht. Bei einem gemeinsam genutzten Dienst können zudem weiterhin andere Kunden dieselbe IP-Adresse verwenden. Davon zu unterscheiden ist eine Website, die alle Hosting-IP-Adressen ablehnt: Auch eine Adresse ohne bekannte Missbrauchsvorgeschichte kann unter diese Regel fallen.

Websites können außerdem Cookies, Konten, Browsersignale und Anfragemuster bewerten. Ein Wechsel der Proxy-IP-Adresse lässt viele dieser Signale unverändert. Der Grund für eine Ablehnung ist deshalb wichtiger als allein die Häufigkeit der IP-Rotation.

Die verfügbaren Standorte unterscheiden sich

Ein großer Pool bietet nicht automatisch jeden Standort

Welche Länder und Städte verfügbar sind, hängt von den Netzwerken und IP-Adressbereichen des Anbieters ab. Tausende Adressen in wenigen Ländern helfen nicht, wenn Ihre Aufgabe einen anderen Standort erfordert. Eine Hosting-IP-Adresse im gewünschten Land steht außerdem weder für einen örtlichen Haushalt noch für einen Mobilfunkteilnehmer.

Bei einer Standortprüfung zählt, wie die Website die IP-Adresse einordnet. Ihre Geolokalisierungsdatenbank kann abweichende Angaben liefern – sowohl gegenüber der Länderangabe des Anbieters als auch gegenüber dem tatsächlichen Serverstandort.

Wofür Rechenzentrumsproxies eingesetzt werden

Die folgenden Beispiele zeigen unterschiedliche Gründe für den Einsatz von Proxy-IP-Adressen: Erfassungsaufgaben trennen, eine stabile Adresse beibehalten oder von mehreren Quellen aus testen. Rechenzentrumsinfrastruktur macht diese Adressen für wiederkehrende Aufgaben und große Übertragungen praktisch nutzbar.

Ein Crawler arbeitet eine Warteschlange von Seiten ab

Öffentliche Kataloge und Archive crawlen

Ein Crawler kann Unternehmensdaten, Archivseiten oder Dokumentation aus vielen Quellen sammeln. Verschiedenen Workern lassen sich unterschiedliche Proxy-IP-Adressen zuweisen. Das ist nützlich, wenn eine Quelle Anfragen oder Verbindungen pro IP-Adresse zählt: Worker mit derselben Adresse müssten sich sonst das zugehörige Kontingent teilen.

Rechenzentrumsproxies machen große Adresslisten vergleichsweise erschwinglich und können kontinuierliche Übertragungen tragen. Der Crawler verwaltet weiterhin die Warteschlange, verarbeitet die Inhalte und legt die Anfragerate für jede Website fest. Zusätzliche IP-Adressen erhöhen nicht die Kapazität der gecrawlten Website.

Wiederholte Prüfung eines Produktpreises

Preise und Lagerbestände erneut prüfen

Eine Preisüberwachung ruft im Tagesverlauf immer wieder eine bekannte Produktliste ab. Einzelnen Shops oder Produktgruppen können separate Proxyadressen zugewiesen werden. Eine statische Adresse lässt sich für mehrere Prüfungen wiederverwenden. So erhält der Erfassungsprozess eine gleichbleibende Netzwerkquelle, statt an den jeweils aktuellen Internetanschluss des ausführenden Computers gebunden zu sein.

Geringe laufende Kosten sind wichtig, weil dieselben Seiten wiederholt abgerufen werden. Rechenzentrumsproxies sind einen Test wert, wenn ein großer Katalog häufig aktualisiert werden muss. Für eine kleine Überwachung, die auch mit direkter Verbindung funktioniert, bringt ein Proxy möglicherweise keinen zusätzlichen Nutzen.

Eine API akzeptiert eine zugelassene Quell-IP-Adresse

API-Daten über eine zugelassene IP-Adresse abrufen

Manche Daten-APIs akzeptieren Anfragen nur von zugelassenen Quelladressen. Ein Worker kann einen statischen Rechenzentrumsproxy verwenden, dessen IP-Adresse in diese Liste aufgenommen wurde. Wechselt der Worker auf einen anderen Server oder in ein anderes Netzwerk, erhält die API die Verbindung weiterhin von derselben Proxy-IP-Adresse.

Das ist bei regelmäßigen JSON- oder XML-Exporten und großen Datenfeeds nützlich. Der Proxy stellt die Netzwerkadresse bereit und transportiert die Daten; die Anwendung liefert weiterhin den API-Schlüssel und verarbeitet die Antworten. Ein Kontingent, das an diesen Schlüssel oder das Konto gebunden ist, bleibt bei zusätzlichen Proxy-IP-Adressen unverändert.

Ein Crawler prüft Links auf einer Website

Eine große Website von einer externen Adresse aus prüfen

Ein SEO-Crawler prüft Ihre eigene Website oder die eines Kunden auf defekte Links, Weiterleitungsketten, doppelte Seitentitel und fehlerhafte Canonical-Tags. Der Vergleich mit einer Sitemap kann außerdem Seiten ohne interne Verlinkung aufdecken. Ein statischer Proxy gibt der Prüfung eine bekannte externe Adresse, die der Websitebetreiber in seinen Zugriffskontrollen zulassen kann. Dieselbe Adresse lässt sich auch dann wiederverwenden, wenn die Prüfung von einem anderen Rechner aus erfolgt.

Die Kapazität eines Rechenzentrums ist für einen großen Crawl hilfreich. Die Anfragerate muss dennoch zur Belastbarkeit der Website passen. Der Crawler findet die Fehler, der Proxy stellt die Verbindung bereit. Nach einer Migration lässt sich der Crawl so erneut von derselben zugelassenen Adresse aus durchführen.

Mehrere Testquellen verbinden sich mit einem Dienst

Das Verhalten der eigenen Website unter Last testen

Ein abgestimmter Lasttest kann Anfragen über mehrere Proxy-IP-Adressen senden, um gleichzeitige Besuche, anhaltenden API-Datenverkehr oder einen plötzlichen Anstieg der Anfragen zu prüfen. Verschiedene Quelladressen ermöglichen außerdem Tests dazu, wie Ihr eigener Dienst Verbindungs- und Anfragelimits pro IP-Adresse anwendet.

Rechenzentrumsproxies stellen mehrere externe Adressen zu überschaubaren Kosten bereit. Die Testsoftware erzeugt die Last. Messen Sie auch die Bandbreiten- und Verbindungslimits des Proxydienstes, damit ein ausgelasteter Proxy nicht mit einer langsamen Website verwechselt wird. Mehrere IP-Adressen können sich weiterhin einen Server und eine Netzwerkanbindung teilen.

Zugangsarten

Zwei getrennte Fragen sind wichtig: Bleibt die IP-Adresse gleich, und nutzen andere Kunden sie ebenfalls? Eine statische IP-Adresse kann gemeinsam genutzt werden; ein dedizierter Adressbestand kann mit Rotation verwendet werden.

Ändert sich die IP-Adresse?

Dieselbe IP-Adresse erneut verwenden

Statisch

Der Dienst behält die Zuweisung einer IP-Adresse bei, damit Sie diese für mehrere Verbindungen erneut nutzen können. Er kann eine feste Proxyliste oder einen Gateway-Zugang zu diesen festen Adressen bereitstellen. Sie können eine IP-Adresse einer bestimmten Aufgabe zuordnen oder sie für eine Folge von Aktionen beibehalten.

Wenn Ihre Anwendung eine statische Liste durchläuft, entscheidet die Anwendung, wann sie den Proxy wechselt. Jede einzelne Adresse in der Liste bleibt dabei fest.

Eine andere IP-Adresse aus einem Pool auswählen

Rotierend

Der Dienst wählt IP-Adressen aus einem Pool aus und wechselt sie nach seinen Regeln, etwa bei einer neuen Verbindung oder nach einem Zeitintervall. Manche Dienste bieten Sticky Sessions an, die eine IP-Adresse für eine Reihe von Anfragen beibehalten.

Die Rotation ändert die Adresse, nicht ihren Netzwerktyp: Ein Rechenzentrums-Pool liefert weiterhin Rechenzentrums-IP-Adressen. Der genaue Zeitpunkt der Wechsel ergibt sich aus den Rotationseinstellungen des Dienstes.

Wer nutzt die IP-Adresse?

Ein Kunde nutzt die reservierte IP-Adresse

Dediziert

Der Dienst reserviert die IP-Adresse für einen Kunden. Andere Kunden desselben Dienstes verwenden sie während der Reservierung nicht. Damit haben Sie die Kontrolle über die Aktivitäten, die über diese Adresse erfolgen.

Auf dem Server selbst können weiterhin andere Proxy-IP-Adressen betrieben werden. Eine exklusiv zugewiesene Adresse bedeutet nicht zwangsläufig exklusive Hardware oder Bandbreite.

Mehrere Kunden nutzen dieselbe IP-Adresse

Gemeinsam genutzt

Mehrere Kunden verwenden dieselbe Proxy-IP-Adresse. Ihre Verbindungen sind getrennt, doch eine Website kann ihre Anfragen beim Anwenden eines IP-basierten Limits zusammenzählen. Die Aktivitäten anderer Kunden können außerdem den Ruf der Adresse beeinflussen.

Durch die gemeinsame Nutzung verteilen sich die Kosten der IP-Adresse auf mehrere Kunden.

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